Ergebnisse des Fahrradklimatests im Kreis Heinsberg

 

Kommunen im Kreis Heinsberg mit mäßigen bis schlechten Noten / Nachholbedarf bei Oberflächenbeschaffenheit und Winterdienst der (Rad)wege

 

Fahrradklima-Test Keyvisual grün
Fahrradklima-Test Keyvisual grün © ADFC | April Agentur

Beim am 16. März 2021 im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schafften es sechs Kommunen im Kreis Heinsberg maximal ins Mittelfeld der fahrradfreundlichsten Städte in ihrer Größe. Erfreulich ist, dass in Wegberg die jüngsten Bemühungen für den Radverkehr mit einem großen Sprung nach oben belohnt wurden.
Insgesamt fordert der ADFC Kreis Heinsberg in allen Kommunen den beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes.

Im Folgenden die Kommunen in der Einzelbetrachtung:

Erkelenz:
Gesamtnote: 3,6 Platzierung: 74 von 415 gewerteten Kommunen zwischen 20.000 und 20.000 Einwohnern
188 Erkelenzer haben im Herbst letzten Jahres an der bundesweiten   Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Erkelenzer Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der Fahrradmitnahme im ÖV, der Breite der Fahrradwege und dem Angebot an öffentlichen Fahrrädern. Lichtblicke gab es bei der Wegweisung, der schnellen Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der Zahl der geöffneten Einbahnstraßen.
Insgesamt verzeichnet Erkelenz im Vergleich zu den letzten Befragungen einen Aufwärtstrend.

Geilenkirchen:
Gesamtnote: 4,4 Platzierung: 377/ 415
60 Geilenkirchener haben Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Geilenkirchener Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit dem Angebot öffentlicher Fahrräder, der Werbung fürs Radfahren und der Falschparkerkontrolle auf Radwegen. Lichtblicke gab es bei der Erreichbarkeit des Stadtzentrums, des zügigen Radfahrens und der Wegweisung. Im Vergleich zu 2016 hat sich das Geilenkirchener Fahrradklima teilweise verschlechtert.

Heinsberg:
Gesamtnote: 4,3 Platzierung 365/ 415
91 Heinsberg nahmen an der Befragung teil. Unzufrieden sind Heinsberger Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der Oberfläche der (Rad)Wege, der Falschparkerkontrolle auf Radwegen und dem Angebot an öffentlichen Fahrrädern. Lichtblicke sind in Heinsberg die Öffnung der Einbahnstraßen in Gegenrichtung, das generationenübergreifende Radfahren und die Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Im Vergleich zu 2016 verzeichnet Heinsberg eine deutliche Verschlechterung des Fahrradklimas.
Derzeit wird unter Beteiligung des ADFC an einem Fahrradkonzept für Heinsberg gearbeitet, das zu einem guten Fahrradklima in der Stadt Heinsberg führen wird.

Hückelhoven:
Gesamtnote: 4,3 Platzierung 360/ 415
92 Hückelhovener nahmen an der Befragung teil: Unzufriedenheit herrscht in Hückelhoven besonders in Bezug auf die Oberfläche der (Rad)Wege, die Werbung fürs Fahrrad und das fehlende Angebot öffentlicher Fahrräder. Lichtblicke sind hingegen die in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen, das zügige Radfahren und die Wegweisung für Radfahrer.
Hückelhoven hat es 2020 zum ersten Mal ins Ranking geschafft.

Übach-Palenberg:
Gesamtnote: 4,5 Platzierung 392/ 415
50 Übach-Palenberger beteiligten sich und erreichten damit exakt die erforderliche Quote in Kommunen zwischen 20.000 und 50,000 Einwohnern. Besonders unzufrieden sind die Übach-Palenberger mit der Reinigung und dem Zustand der (Rad)Wege, der fehlenden Werbung fürs Fahrrad und der mangelhaften Falschparkerkontrolle auf (Rad)Wegen. Befriedigend fiel hingegen auf, die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, das zügige Radfahren und die Wegweisung für Radfahrer. Auch Übach-Palenberg hat es 2020 erstmals ins Ranking geschafft.

Wegberg:
Gesamtnote: 3,8 Platzierung 150/ 415
Für den Kreis Heinsberg stellt Wegberg den Teilnehmerrekord mit 200 Teilnehmern an der Befragung. Dies ist auch ein Hinweis darauf, welchen Stellenwert das Radfahren in Wegberg hat. Unzufrieden sind Wegberger mit der Beschaffenheit und dem Winterdienst von (Rad)Wegen, sowie des fehlenden Angebots öffentlicher Fahrräder. Positiv, Schulnoten im Zweier-Bereich, gibt es für die Möglichkeit zügig zu radeln, der Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der guten Wegweisung.
Die Fahrradfahrer haben wahrgenommen, dass in Politik und Verwaltung das Thema Fahrrad mittlerweile gesehen wird und dass bei Sanierungen der Fahrbahn die Radwege mittlerweile ebenfalls saniert werden. Auch wurde seitens der Fahrradfahrer die anstehenden Projekte, wie das aktuell auszuarbeitende Wegekonzept, gewürdigt und mit einem Vertrauensvorschuss bedacht. Wichtig ist, dass diese Entwicklungen verstätigt werden und Anmerkungen seitens der Bürger ernst genommen werden.

Schlussfolgerungen:

Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das im Kreis Heinsberg nicht immer der Fall: Die Mehrheit der Befragten im Kreis fühlt sich beim Radfahren nicht sicher Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch konsequente Ahndung von Falschparkern auf Radwegen / mehr Tempo 30 / Modale Filter / fahrradfreundliche Lösungen an Baustellen (o.ä.). Damit der Kreis wirklich einladend zum Radfahren wird, brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten Radwegen. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.

Der Kreis Heinsberg mit seinen Kommunen liegt bundesweit auf Plätzen zwischen 74 (Erkelenz) und 392 (Übach-Palenberg) in der Kategorie der Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern, im Landesvergleich zwischen 24 (Erkelenz) und 108 (Übach-Palenberg).

Der Fahrradklimatest in NRW:

Rekord: Mehr als 60.000 Teilnahmen in NRW, 246 NRW-Städte in der Wertung
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bundesweit bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen insgesamt in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.  

Für eine detaillierte Auswertung untenstehenden Kommunen anklicken.

#fkt20, Kreis Heinsberg, Erkelenz, Fahrradklimatest

 


https://heinsberg.adfc.de/neuigkeit/ergebnisse-des-fahrradklimatests-im-kreis-heinsberg

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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  • Wo finde ich vom ADFC empfohlene Musterkaufverträge für Fahrräder?

    Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.

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  • Wo kann ich mein Fahrrad codieren lassen?

    Hier im Kreis Heinsberg gibt es keine Codiermöglichkeit.
    Aber an der Fahrradstation in Mönchengladbach am Hauptbahnhof, können Sie codieren lassen.
     

    https://radstation-moenchengladbach.de/startseite
     

    Weitere Möglichkeiten finden Sie hier

  • Wie kann ich mich zum Newsletter des ADFC Heinsberg anmelden?

    Der ADFC Heinsberg bietet wieder einen Newsletter an. Melden sie sich gerne an um über alles zum Thema Radverkehr und Radfahren in und rund um Heinsberg zu erfahren.

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